Australien - Ein Reisetagebuch
1. August - Brisbane/City Cat
Da unser geplanter Ausflug nach "Fraser Island" leider buchstäblich ins Wasser gefallen ist – die Flut und die Straßen entsprechen nicht – machten wir gestern eine Tour durch die Innenstadt von Brisbane. Mit der "CityCat", einem Schnellboot, fuhren wir den River entlang bis zum Zentrum. Beim ehemaligen Finanzamt stiegen wir aus und besichtigten die alten Hallen und Räumlichkeiten, die jetzt ein Casino beherbergen. Die Spieltische waren auch zu dieser Tageszeit bereits gut besucht. Durch die Fußgängerzone mit den noblen Geschäften wanderten wir bis zu einem irischen Pub, in dem Ernst seinen Mittagshunger stillen musste, also wurden Steaks bestellt. Nur Herbert streikte. Er kann Kartoffeln als Beilage schon nicht mehr sehen.

2. August - Tangalooma
Heute fuhren wir schon zeitig an den Hafen, wo wir eine Fähre zur Moreton-Island nahmen, um dort den Tag zu verbringen und Delfine zu füttern. Die Insel ist 38 km lang und hat in der Mitte Wüste – Dünen, die Meer und Wind angehäuft haben, ähnlich wie Fraser Island. Auf der Insel wurden von 1952 bis 1962 Buckelwale gejagt und geschlachtet, ein Relikt dieser Schlachthallen ist immer noch zu sehen. Jetzt ist dort ein riesiges "Dolphin Resort" aufgebaut, Tangalooma , wo man tauchen, schnorcheln und "sand-tobogganing" betreiben, Jet Skis oder Quad Bikes ausborgen kann. Eigentlich wollten wir auch zum "Whale-Watching", das war aufgrund der rauen See östlich der Insel jedoch abgesagt. So mussten wir uns mit der wunderschönen Natur zufriedengeben. Also wanderten wir zuerst den Strand entlang nach Norden zu den Schiffswracks, die dort zum Tauchen einladen. Nach einer Stärkung im Bistro der Anlage wanderten wir den "Bush-Walk" inklusive ein Stück des Südstrandes. So kamen wir auch noch ins Inselinnere und sahen die Wüste mit den steilen Dünen, zu denen die Busse die Touristen brachten, die dann über den Sand rodelten.
Verschwitzt kamen wir nach ca. 3 Stunden an den Strand zurück und zogen uns die Badesachen an, die wir später für die Delfinfütterung brauchen würden. Wir stapften ein wenig in den Wellen und im Sand umher, legten uns in die Sonne und beobachteten die Kookaburras, die nach 16 Uhr zur Fütterung erschienen. Irgendwie hielten sie mich für die Frau, die sie füttern könnte, weil sie mir ständig irgendwie folgten und nachguckten. Die Vögel sind wie die Delfine und Pelikane wild und wurden nur mit der Zeit an die Menschen gewöhnt. Deshalb kann man diese Tiere jetzt mit der Hand füttern.

Gegen 18 Uhr, die Sonne war schon untergegangen, richteten wir uns her für die Fütterung. Es war bitterkalt so nur mit Badeklamotten und T-Shirt oder Windjacke. Und nun wurde erst noch langmächtig erklärt, was wir alles tun und nicht tun sollten. Dann mussten wir uns in eine der 6 Schlangen einreihen und auf unseren großen Augenblick warten, bibbernd vor Kälte wie all die anderen. Die Betreuer und Fotografen hatten es nicht sehr eilig, obwohl die Delfine im Meer schon zu sehen waren. Es dauerte ziemlich lange, bis endlich wir an der Reihe waren. Das Wasser war kalt und schwappte uns immer wieder bis zur Brust! Ein Wunder, dass Herbert sich überwand und hinein ging. Mit desinfizierten Händen durften wir den Delfinen Fische anbieten, die sie ganz vorsichtig entgegen nahmen. Welch ein Gefühl! Vor uns schwamm ein ausgewachsenes Männchen und drehte und wendete sich, um uns auch anzusehen. Unserem Fotografen gelang kein ordentliches Foto von uns – schade! Danach beeilten wir uns, in unsere Klamotten zu kommen und auf das Schiff zurück nach Brisbane zu gehen.
An der Anlegestelle warteten schon Ernst und Marion. Nach einer heißen Dusche – kurz, wegen der „waterrestrictions“ – gingen wir bald ins Bett.

3. August - Maleny
Heute fuhren wir in die „Glasshouse Mountains“, so benannt, weil sie James Cook an seine Glashäuser in seiner Heimat erinnerten und er sie bei seiner Ankunft schon von weitem sehen konnte. Danach ging es weiter an vielen Ananasfeldern und Obstgärten vorbei. Bei einer Käserei hielten wir an und verkosteten ein paar Sorten. Ich kaufte für Ernst dann einen kräftigen Weichkäse, der im Auto schön langsam sein Odeur verbreitete. Schließlich kamen wir nach Maleny, einer kleinen Ortschaft, die von shoppenden Touristen lebt, viele kleine putzige Häuschen, die allerlei Handwerk und Souvenirs anbieten. Wir bummelten durch alle Shops, bestaunten das reichliche Angebot des ganzjährigen Weihnachtsstandes. Die Verkäuferin berichtete noch von dem Erfolg, den sie mit „Christmas in July“ hatten, als sie ganze Busse mit Leuten hatten und auch für Verpflegung sorgten. Ein Riesengeschäft mitten im Sommer - ganz ohne Weihnachten. Wir konnten diesen "Weihnachtsboom" im ganzen Land beobachten… In einem Bäckerladen holten wir uns als Imbiss "Meatpies", die typisch australische Nationalspeise, in Blätterteigschüsserln gebackene Fleischstückchen mit Pilzen oder nur mit Soße. In einem T-Shirt-Laden ließ ich mir dann zwei Shirts bedrucken, eines mit Delfinen für Daniela, meine Nichte, und eines mit einem Katzenportrait für mich. Danach fand Ernst im Uhrenladen eine moderne Standuhr, die ihm und Marion besonders gut gefiel. Nur der Preis war gewaltig. Auf dem Heimweg besorgten wir noch Macademia-Nüsse, die nur dort und in Hawaii wachsen, einige Früchte und im Supermarkt (warum nicht auch bei dem Obstbauern?) Kartoffeln für Puffer, die ich Ernst versprochen hatte. Während ich die Puffer buk, suchten Herbert und Ernst im Internet nach dieser Standuhr und fanden einen deutschen Händler, der die Uhr inklusive Verschiffung um die Hälfte anbot. Mal sehen, ob der Handel perfekt wird. Bei der Internet-Surferei stöhnte Herbert unter den lahmen Bedingungen des alten Computers und erklärte Ernst, wie er das Gerät aufmotzen könnte. Den Abend verbrachten wir bei Freunden in einer großen Runde. Die Männer schauten Rugby, die Frauen spielten Karten. Nebenbei gab es wieder jede Menge Futter und vier Hunde, die uns zwischen den Beinen umherstrolchten.

4. August - Shoppen in Brisbane
Um Ernsts Computer aufzumotzen, wurde heute am Vormittag das Ding zerlegt, Dateien und Programme ausgemustert, manches auf unsere Festplatte ausgelagert. Dann wurde beschlossen, dass der Arbeitsspeicher vergrößert werden muss. Das soll morgen geschehen. Auch empfahl Herbert den Ankauf eines neuen Gerätes oder einer externen Festplatte, wie wir sie mit hatten, um Dateien auszulagern.
Um uns noch einen Ausblick auf ganz Brisbane zu bieten, fuhren Ernst und Marion mit uns auf einen Berg im Westen der Stadt. Dann fuhren wir shoppen – Marion suchte dringend bequeme Schuhe und wollte sich um eine neue Kaffeemaschine umsehen. Da diese Geschäfte in der Nähe von China Town lagen, gingen wir dort essen, die Portionen waren viel zu groß, also nahm Marion von der Ente und dem Reis einen Teil mit heim. Ernst besorgte mit Herbert noch Türknaufe zum Drehen für unser WC daheim, weil sie Herbert als ideale Lösung erscheinen.

Zum Abendessen waren wir wieder im Club – „The Broncos“. Es gab Seafood-Buffet, und Herbert entdeckte Garnelen (prawns) für sich. Er lernte sogar, sie aus der Schale zu holen. In Österreich werden wir sie wohl nie in dem Ausmaß essen können, weil bei uns der Preis für eine Garnele so hoch ist wie hier für ein ganzes Kilo.

6. August - Heimreise
Sonntag Früh war ich mit Marion und Ernst in der Kirche, während Herbert spazieren lief. Dann wurde der Computer aufgerüstet, und zum Mittagessen gab es Würstchen mit Bratkartoffeln. Ernst ging mit uns nochmals eine Runde zum Fluss, und prompt sahen wir noch einen Koala in freier Wildbahn. Er saß auf einem der großen Eukalyptusbäume und guckte verschlafen auf uns herunter. Da er sich gestört fühlte, kletterte er schließlich ein ganzes Stück höher. Nach dem Spaziergang wurde es Zeit zum Abschiednehmen. Wir luden unsere Koffer ins Auto und wurden am Flughafen abgesetzt. Mir fiel der Abschied von Marion nicht leicht. Das Einchecken bei Emirates ging glatt. Bei der Kontrolle beim Zugang zu den Gates wurde mir blöderweise der Käse für Tina weggenommen. Streichfähig und im Glas! Herbert war sauer. In den Duty Free – Läden hier gab es leider nur Wein und Schokolade, Nüsse und sonstigen Kram, aber keinen Käse. Also kaufte ich für die übrigen Dollars noch Nüsse in Schokolade. Beim Zwischenstopp in Dubai entdeckte Herbert in einem Supermarkt der Duty Free – Zone den Käse doch noch – mit arabischer Aufschrift auf der Rückseite. Der Frieden war gerettet. Ich besorgte noch verschiedene Schokoladen. Außerdem suchte Herbert für mich Nasentropfen, da ich auf dem ganzen Flug schon eine verlegte, aber rinnende Nase hatte und ständig rotzte und nieste. Ich hatte mich bei den Delfinen doch verkühlt. Nach 28 Stunden Reise mit zwei Zwischenlandungen kamen wir in Wien an. In Schwechat wartete dann schon mein Sohn Sebastian auf uns, der Brave! Er führte uns nach Hause und kehrte dann zu seiner Arbeit zurück. Wir packten aus und kümmerten uns um unsere Katze. War das Tierchen froh, uns wieder zu haben!